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Letzte berarbeitung vom: 11-Nov-1998
Die gyptischen Pyramiden

Die Stufen-Pyramide in Saqqara
Ein einziger Artikel kann unmglich alle Fragen zu den Pyramiden beantworten. Nachfolgend haben wir aber einige der meistgestellten Fragen und Antworten darauf aufgelistet.
Wieviele Pyramiden gibt es eigentlich?
Es gibt zahlreiche Bauten, die die Form einer Pyramide haben bzw. hatten. Echte Pyramiden sind dabei aber nur diejenigen, die aus massivem Mauerwerk bestehen, und davon gibt es nur zehn.
Erzhlen Sie uns mehr ber diese echten, gemauerten Pyramiden!
Diese zehn Pyramiden wurden whrend der Dritten und Vierten Dynastie mit einem Abstand von 50 Meilen (80 km) zueinander errichtet. Dazu wurden in einem Zeitraum von etwas mehr als einem Jahrhundert fnfundzwanzig Millionen Tonnen Kalkstein verarbeitet. Die Bauten von der Zeit der Fnften Dynastie an stellen Nachahmungen dieser echten Pyramiden dar.
Aus welchem Material wurden diese Nachahmungen hergestellt?
Sie wurden aus zwischen Steinwnden zusammengehaltenem losem Gestein und Sand errichtet. Heute sind die meisten dieser Nachahmungen nur noch als Schutt- und Gerllhaufen erkennbar, weil diese Bauten sehr schnell verfallen, sobald ihre Grundkonstruktion einmal beschdigt oder ganz zerstrt ist.
Worin unterscheiden sich diese jngeren minderwertigen Nachahmungen von den frheren massiven Pyramiden?
Der innere Aufbau dieser spter erbauten Pyramiden unterscheidet sich grundlegend von den groen Pyramiden der frheren Epochen. Sie beinhalten breite Gnge und Rume fr Grabbeigaben in lteren und jngeren Grbern und andere Dinge, die auf die dort stattgefundenen Beerdigungszeremonien hinweisen. Deshalb haben wir nicht die Spur eines Zweifels darber, da diese jngeren Pyramiden tatschlich ausschlielich als Begrbnissttten gedient haben.
Knnen Sie mir einen kurzen berblick ber die Pharaonen geben, die die vorher genannten zehn echten Pyramiden errichten lieen?
Das Zeitalter der Pyramiden begann mit dem Pharao Zoser, der Hinweise auf seine Identitt in den unterirdischen Kammern hinterlie, ber denen anschlieend die Stufen-Pyramide erbaut wurde. In den anderen neun Pyramiden fehlt jedoch jeder Hinweis auf IRGENDEINE offizielle Inschrift. Zwar wurden sie bestimmten Pharaonen zugeordnet, aber dabei orientierte man sich nur an nahegelegenen Bauten und Grbern, die eine Verbindung zu den Namen dieser Knige herstellen, sie aber keinesfalls als Erbauer dieser Pyramiden identifizieren.
Unter FAQ’s ber das Alte gypten finden Sie eine bersicht ber die Pharaonen.
Wie wurde die Stufen-Pyramide “gemacht”?
Die Antwort darauf steht unter Antworten von Studenten fr die FAQ’s – Altes gypten.
Die Antworten auf die folgenden vier Fragen befinden sich in unserem Buch: Illusionen ber die Pyramiden: Eine Reise zur Wahrheit:
- Waren die Pyramiden tatschlich Grabsttten?
- Wo haben die gypter zur damaligen Zeit (whrend der Epoche der Pyramiden vom Jahr 2.630 bis zum Jahr 2.472 v.u.Z.) ihre Knige begraben?
- Wie wurden die Knige zu dieser Zeit bestattet?
- Was unterscheidet die Pyramiden von den herkmmlichen Knigsgrbern aus dieser Epoche?
Was ist ein “Doppel-Begrbnis”?
Es scheint, da die Knige der frheren Dynastien zwei Grber” erhielten – eines davon im Norden in Saqqara und das andere im Sden in Abydos. Noch seltsamer ist es dabei, da sich bei vielen dieser Grber in keinem von beiden ein wirklicher Hinweis auf die tatschliche Beisetzung finden lt.
Diese Logik verstehe ich nicht.
Einige Gelehrte sehen diesen Brauch der Doppel-Begrbnisse” als politischen Schachzug, mit dem die Einigkeit zwischen dem Norden und dem Sden demonstriert werden sollte, indem der Knig in beiden Landesteilen bestattet wurde. Andere wiederum glauben, da die Aufteilung in Norden und Sden rein spirituelle und symbolische und keine politischen Grnde hatte. Diese getrennten Grber” knnten auch dazu gedient haben, die Sonne im Norden und den Mond im Sden zu reprsentieren. Im metaphysischen Sinne bedeutet das eine Darstellung der Dualitt des Universums. (Lesen Sie dazu mehr in unserem Buch gyptische Kosmologie: Die absolute Harmonie, von Moustafa Gadalla.)
Wer war an der Errichtung der Pyramiden beteiligt?
Wir haben heute fast keinen historischen Hinweis ber die Erbauer der Pyramiden. Die Theorie des griechischen Hystorikers Herodotus, der etwa im Jahr 500 v.u.Z. lebte, ber die angebliche Tyrannei” des Knigs Cheops (Khufu) wurde jedoch inzwischen als Tatsache bernommen und sogar von anderen, die sich nicht einmal an wirkliche Fakten halten, ausfhrlich beschrieben und belegt.
| Erstens, existiert kein einziger Beweis dafr, da das Volk damals gegen seinen Willen zur Arbeit gezwungen wurde. Das Gegenteil ist nmlich viel wahrscheinlicher. Wenn man vernnftig darber nachdenkt, erscheint es viel eher nachvollziehbar, da diese Menschen freiwillig am Bau beteiligt waren. Dies wird noch viel verstndlicher, wenn man die Betrachtung der Pyramiden als Grabsttten verwirft. Die offensichtlich berwltigende Qualitt der angewandten Handwerkskunst setzt einfach voraus, da die Erbauer stolz auf ihr Knnen gewesen sein mssen. Zweitens, bestreiten rationell denkende Gelehrte den Einsatz von Sklaven auch, weil es unmglich ist, die Befehlsgewalt ber eine so riesige Anzahl widerwilliger Sklaven auszuben, die auf so engem Raum zusammengepfercht werden muten, denn diese Aufgabe wre viel zu riskant gewesen. |
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Drittens, berichtete Herodotus, da sein gyptischer Fhrer ihm erzhlt hatte, Khufu’s Vorgnger Snefru wre ein guter Herrscher gewesen. Die Errichtung der drei riesigen Pyramiden von Dahshur und Meidum, die Snefru zugeschrieben werden, machte aber noch grere Mengen an Steinen und noch hrtere Arbeit erforderlich als die Groe Pyramide selbst. Daraus entsteht ein offensichtlicher Widerspruch zu den Behauptungen von Herodotus, der die Knige in Tyrannen” und gute Herrscher” aufteilt.
Wie verhlt es sich mit diesen provisorischen Hilfsrampen, die die gypter zum Bau der Pyramiden eingesetzt haben?
Das ist eine vollstndige Erfindung, die so oft wiederholt wurde, da die meisten Menschen sie inzwischen als Tatsache betrachten.
Herodotus hat solche Rampen nie erwhnt. In seinen historischen Berichten findet sich ein typischer Stein-Wall zwischen der Grundflche der Pyramide und dem Valley-Tempel. Diese Dmme waren ein stndiger Bestandteil der Bauten und wurden von Herodotus als 3.300′ (1.006 m) lang, 60′ (18 m) breit und 48′ (15 m) hoch beschrieben.
Zahlreiche Gelehrte mchten zu gern daran glauben, da der Bau der Pyramiden verwirklicht wurde, indem man die Hhe und die Lnge einer provisorischen Rampe stndig vergrerte und mit deren Hilfe dann eine Pyramiden-Ebene nach der anderen aufeinander errichtete.
Liegt es nicht wenigstens im Bereich des Mglichen?
Nein.
Diejenigen, die an dieser Rampen-Theorie festhalten, beziehen sich auf eine provisorische Gerll-Rampe, die man bei der Sekhemket-Pyramide in Saqqara gefunden hat. Diese Rampe war nur 23′ (7 m) hoch, obwohl Steinblcke von 9,8″ x 5,9″ x 2,2″ (25 x 15 x 10 m), die pro Stck 50-100 pounds (22-45 kg) wiegen, transportiert werden muten. Das lt sich unmglich mit der Hhe von Khufu’s Pyramide von 481′ (147 m) und dem Gewicht der dazu verwendeten Steine von 2,5 Tonnen bis zu 70 Tonnen pro Stck vereinbaren.
Der dnische Bauingenieur P. Garde-Hanson hat errechnet, da eine Rampe, die bis zur Spitze der Pyramide reichen wrde, eine Masse von 17,5 Kubik-Yards an Material (also siebenmal das Volumen der Pyramide selbst) erforderlich machen wrde. Zur Errichtung einer solchen Rampe whrend der Herrschaft Khufu’s htte man 240.000 Arbeitskrfte gebraucht.
Um die Rampen-Theorie endgltig zu verwerfen, sollte man sich vor Augen halten, da zum Bau der Pyramide selbst 300.000 Arbeitskrfte und noch weitere acht Jahre ntig wren. Auerdem findet man zur weiteren Entkrftigung dieser Theorie nirgendwo in der nheren Umgebung der Pyramiden solche riesigen Schutt- und Gerllmassen, und auch frhere Historiker haben nie etwas hnliches erwhnt.
Nachdem er zu solch unvorstellbaren Zahlen als Ergebnis seiner Berechnungen gekommen war, hielt der Bauingenieur Garde-Hanson die Kombination einer Rampe mit einer Hebevorrichtung fr eine mgliche Lsung. Er ging dabei davon aus, da die Rampe bis zur halben Hhe der Pyramide gereicht htte. Bis zu dieser Hhe wren etwa 90 % des gesamten Materials verarbeitet gewesen. In dieser neuen Lsungs-Variante stellt sich jedoch noch immer die Frage nach der Art der mysterisen Hebevorrichtung.
Wenn wir die Theorien von Herrn Garde-Hanson als richtig annehmen, sollte man sich die unglaublichen Zahlen veranschaulichen: 4.000 Steinbruch-Arbeiter, die das ganze Jahr lang ohne Unterbrechung 330 Blcke pro Tag liefern und in der Hochwasser-Periode 4.000 Blcke, die pro Tag zum Nil transportiert, auf Fhren auf die andere Fluseite gebracht, auf der Rampe zum Giza-Plateau heraufgezogen und mit einer Geschwindigkeit von 6,67 Blcken pro Minute aufeinandergebaut werden! Stellen Sie sich das vor: 6,67 Blcke aller 60 Sekunden! Diese Geschwindigkeit lt sich unmglich erreichen. Also haben wir einen Grund mehr, die Theorien ber die Steinbrche und Rampen zu verwerfen.
Noch verblffender ist die Geschichte von Snefru (Khufu’s Vater). Wenn die zwei bedeutendsten Pyramiden in Dahshur und wahrscheinlich auch noch eine dritte Pyramide in Meidum Snefru zugeschrieben werden, bedeutet das, da Snefru in der Zeit seiner Herrschaft von vierundzwanzig Jahren fr die Steinbrucharbeiten, den Transport und den Aufbau fr ein Volumen an Steinen verantwortlich war, mit dem man die Groe Pyramide mehrmals errichten knnte. Selbst in der heutigen Zeit wre diese Leistung zu berwltigend.
Wie wurden denn dann die Pyramiden gebaut?
Lesen Sie die beeindruckend einfachen Antworten auf diese Frage in unserem Buch, Illusionen ber die Pyramiden: Eine Reise zur Wahrheit, von Moustafa Gadalla.
Was ist wahr an der Geschichte darber, wie die Alten gypter ihre unvollendete Arbeit aus irgendwelchen Grnden einfach aufgegeben haben?
Diese Theorie wird als hufigste Ausrede von denen verwendet, die sich eine Meinung gebildet haben, bevor sie alle Hinweise genauer untersuchen konnten. Als sie einmal festgelegt hatten, da die Pyramiden als Grabsttten gedient haben, muten sie alle Beweise so zurechtbiegen, da sie sich in ihre unbewegliche Denkweise einfgen lassen. Dabei fiel es ihnen auch nicht schwer, Antworten einfach zu erfinden.
Fast jede der Pyramiden von Giza und Dahshur, in denen sich keinerlei Hinweise auf eine ehemalige Funktion als Grabsttten finden, mte nach dieser seltsamen Theorie mehrmals von rtselhaften Planungsnderungen betroffen worden sein. Wie soll das logisch sein, wenn man bedenkt, da die Pyramiden von Giza und Dahshur den spteren Pyramiden in jeder Hinsicht qualitativ weit berlegen waren? Das gilt fr ihre Gre, das handwerkliche Knnen zu ihrer Errichtung und auch ihre Bauweise an sich.
Viele weitere Informationen und die Antworten auf ber 250 Fragen ber die Pyramiden finden Sie in Illusionen ber die Pyramiden: Eine Reise zur Wahrheit, von Moustafa Gadalla.
Nachdem Sie dieses Buch gelesen haben, knnen Sie uns jederzeit gern Ihre Fragen und Ihre Meinung per e-mail mitteilen. Ihre Ansichten und Kommentare sollten allerdings in jedem Fall auf der Grundlage von Beweisen aufgebaut sein und keine bloen Vermutungen darstellen.
Geschrieben durch: Moustafa Gadalla
bersetzt durch: Christiane Mller
ber unsere Bcher
Informationen zur Bestellung
Zurck zur Inhaltsbersicht (http://www.egypt-tehuti.org/german/german.html)

