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Die Ägyptischen Pyramiden




Die Stufen-Pyramide in Sakkara

Ein einziger Artikel kann unmöglich alle Fragen zu den Pyramiden beantworten. Nachfolgend haben wir aber einige der meistgestellten Fragen und Antworten darauf aufgelistet.

Wieviele Pyramiden gibt es eigentlich?

Es gibt zahlreiche Bauten, die die Form einer Pyramide haben bzw. hatten. Echte Pyramiden sind dabei aber nur diejenigen, die aus massivem Mauerwerk bestehen, und davon gibt es nur zehn.



Erzählen Sie uns mehr über diese echten, gemauerten Pyramiden!

Diese zehn Pyramiden wurden während der Dritten und Vierten Dynastie mit einem Abstand von 50 Meilen (80 km) zueinander errichtet. Dazu wurden in einem Zeitraum von etwas mehr als einem Jahrhundert fünfundzwanzig Millionen Tonnen Kalkstein verarbeitet. Die Bauten von der Zeit der Fünften Dynastie an stellen Nachahmungen dieser echten Pyramiden dar.

Aus welchem Material wurden diese Nachahmungen hergestellt?

Die Stein-Pyramide von Unas

Sie wurden aus zwischen Steinwänden zusammengehaltenem losem Gestein und Sand errichtet. Heute sind die meisten dieser Nachahmungen nur noch als Schutt- und Geröllhaufen erkennbar, weil diese Bauten sehr schnell verfallen, sobald ihre Grundkonstruktion einmal beschädigt oder ganz zerstört ist.



Worin unterscheiden sich diese jüngeren minderwertigen Nachahmungen von den früheren massiven Pyramiden?

Der innere Aufbau dieser später erbauten Pyramiden unterscheidet sich grundlegend von den großen Pyramiden der früheren Epochen. Sie beinhalten breite Gänge und Räume für Grabbeigaben in älteren und jüngeren Gräbern und andere Dinge, die auf die dort stattgefundenen Beerdigungszeremonien hinweisen. Deshalb haben wir nicht die Spur eines Zweifels darüber, daß diese jüngeren Pyramiden tatsächlich ausschließlich als Begräbnisstätten gedient haben.



Können Sie mir einen kurzen Überblick über die Pharaonen geben, die die vorher genannten zehn echten Pyramiden errichten ließen?

Das Zeitalter der Pyramiden begann mit dem Pharao Zoser, der Hinweise auf seine Identität in den unterirdischen Kammern hinterließ, über denen anschließend die Stufen-Pyramide erbaut wurde. In den anderen neun Pyramiden fehlt jedoch jeder Hinweis auf IRGENDEINE offizielle Inschrift. Zwar wurden sie bestimmten Pharaonen zugeordnet, aber dabei orientierte man sich nur an nahegelegenen Bauten und Gräbern, die eine Verbindung zu den Namen dieser Könige herstellen, sie aber keinesfalls als Erbauer dieser Pyramiden identifizieren.

Unter FAQ's über das Alte Ägypten finden Sie eine Übersicht über die Pharaonen.



Wie wurde die Stufen-Pyramide "gemacht"?

Die Antwort darauf steht unter Antworten von Studenten für die FAQ's - Altes Ägypten.



Die Antworten auf die folgenden vier Fragen befinden sich in unserem Buch: Pyramid Handbook:

Was ist ein "Doppel-Begräbnis"?

Es scheint, daß die Könige der früheren Dynastien zwei "Gräber" erhielten - eines davon im Norden in Saqqara und das andere im Süden in Abydos. Noch seltsamer ist es dabei, daß sich bei vielen dieser Gräber in keinem von beiden ein wirklicher Hinweis auf die tatsächliche Beisetzung finden läßt.



Diese Logik verstehe ich nicht.

Einige Gelehrte sehen diesen Brauch der "Doppel-Begräbnisse" als politischen Schachzug, mit dem die Einigkeit zwischen dem Norden und dem Süden demonstriert werden sollte, indem der König in beiden Landesteilen bestattet wurde. Andere wiederum glauben, daß die Aufteilung in Norden und Süden rein spirituelle und symbolische und keine politischen Gründe hatte. Diese getrennten „Gräber" könnten auch dazu gedient haben, die Sonne im Norden und den Mond im Süden zu repräsentieren. Im metaphysischen Sinne bedeutet das eine Darstellung der Dualität des Universums. (Lesen Sie dazu mehr in unserem Buch Egyptian Cosmology: The Animated Universe, von Moustafa Gadalla.)



Wer war an der Errichtung der Pyramiden beteiligt?

Wir haben heute fast keinen historischen Hinweis über die Erbauer der Pyramiden. Die Theorie des griechischen Hystorikers Herodotus, der etwa im Jahr 500 v.u.Z. lebte, über die angebliche „Tyrannei" des Königs Cheops (Khufu) wurde jedoch inzwischen als Tatsache übernommen und sogar von anderen, die sich nicht einmal an wirkliche Fakten halten, ausführlich beschrieben und belegt.
Erstens, existiert kein einziger Beweis dafür, daß das Volk damals gegen seinen Willen zur Arbeit gezwungen wurde. Das Gegenteil ist nämlich viel wahrscheinlicher. Wenn man vernünftig darüber nachdenkt, erscheint es viel eher nachvollziehbar, daß diese Menschen freiwillig am Bau beteiligt waren. Dies wird noch viel verständlicher, wenn man die Betrachtung der Pyramiden als Grabstätten verwirft. Die offensichtlich überwältigende Qualität der angewandten Handwerkskunst setzt einfach voraus, daß die Erbauer stolz auf ihr Können gewesen sein müssen.
Zweitens, bestreiten rationell denkende Gelehrte den Einsatz von Sklaven auch, weil es unmöglich ist, die Befehlsgewalt über eine so riesige Anzahl widerwilliger Sklaven auszuüben, die auf so engem Raum zusammengepfercht werden mußten, denn diese Aufgabe wäre viel zu riskant gewesen.

Drittens, berichtete Herodotus, daß sein ägyptischer Führer ihm erzählt hatte, Khufu's Vorgänger Snefru wäre ein guter Herrscher gewesen. Die Errichtung der drei riesigen Pyramiden von Dahshur und Meidum, die Snefru zugeschrieben werden, machte aber noch größere Mengen an Steinen und noch härtere Arbeit erforderlich als die Große Pyramide selbst. Daraus entsteht ein offensichtlicher Widerspruch zu den Behauptungen von Herodotus, der die Könige in „Tyrannen" und „gute Herrscher" aufteilt.



Wie verhält es sich mit diesen provisorischen Hilfsrampen, die die Ägypter zum Bau der Pyramiden eingesetzt haben?

Das ist eine vollständige Erfindung, die so oft wiederholt wurde, daß die meisten Menschen sie inzwischen als Tatsache betrachten.

Herodotus hat solche Rampen nie erwähnt. In seinen historischen Berichten findet sich ein typischer Stein-Wall zwischen der Grundfläche der Pyramide und dem Valley-Tempel. Diese Dämme waren ein ständiger Bestandteil der Bauten und wurden von Herodotus als 3.300' (1.006 m) lang, 60' (18 m) breit und 48' (15 m) hoch beschrieben.

Zahlreiche Gelehrte möchten zu gern daran glauben, daß der Bau der Pyramiden verwirklicht wurde, indem man die Höhe und die Länge einer provisorischen Rampe ständig vergrößerte und mit deren Hilfe dann eine Pyramiden-Ebene nach der anderen aufeinander errichtete.



Liegt es nicht wenigstens im Bereich des Möglichen?

Nein.
Diejenigen, die an dieser Rampen-Theorie festhalten, beziehen sich auf eine provisorische Geröll-Rampe, die man bei der Sekhemket-Pyramide in Saqqara gefunden hat. Diese Rampe war nur 23' (7 m) hoch, obwohl Steinblöcke von 9,8" x 5,9" x 2,2" (25 x 15 x 10 m), die pro Stück 50-100 pounds (22-45 kg) wiegen, transportiert werden mußten. Das läßt sich unmöglich mit der Höhe von Khufu's Pyramide von 481' (147 m) und dem Gewicht der dazu verwendeten Steine von 2,5 Tonnen bis zu 70 Tonnen pro Stück vereinbaren.
Der dänische Bauingenieur P. Garde-Hanson hat errechnet, daß eine Rampe, die bis zur Spitze der Pyramide reichen würde, eine Masse von 17,5 Kubik-Yards an Material (also siebenmal das Volumen der Pyramide selbst) erforderlich machen würde. Zur Errichtung einer solchen Rampe während der Herrschaft Khufu's hätte man 240.000 Arbeitskräfte gebraucht.
Um die Rampen-Theorie endgültig zu verwerfen, sollte man sich vor Augen halten, daß zum Bau der Pyramide selbst 300.000 Arbeitskräfte und noch weitere acht Jahre nötig wären. Außerdem findet man zur weiteren Entkräftigung dieser Theorie nirgendwo in der näheren Umgebung der Pyramiden solche riesigen Schutt- und Geröllmassen, und auch frühere Historiker haben nie etwas Ähnliches erwähnt.
Nachdem er zu solch unvorstellbaren Zahlen als Ergebnis seiner Berechnungen gekommen war, hielt der Bauingenieur Garde-Hanson die Kombination einer Rampe mit einer Hebevorrichtung für eine mögliche Lösung. Er ging dabei davon aus, daß die Rampe bis zur halben Höhe der Pyramide gereicht hätte. Bis zu dieser Höhe wären etwa 90 % des gesamten Materials verarbeitet gewesen. In dieser neuen Lösungs-Variante stellt sich jedoch noch immer die Frage nach der Art der mysteriösen Hebevorrichtung.
Wenn wir die Theorien von Herrn Garde-Hanson als richtig annehmen, sollte man sich die unglaublichen Zahlen veranschaulichen: 4.000 Steinbruch-Arbeiter, die das ganze Jahr lang ohne Unterbrechung 330 Blöcke pro Tag liefern und in der Hochwasser-Periode 4.000 Blöcke, die pro Tag zum Nil transportiert, auf Fähren auf die andere Flußseite gebracht, auf der Rampe zum Giza-Plateau heraufgezogen und mit einer Geschwindigkeit von 6,67 Blöcken pro Minute aufeinandergebaut werden! Stellen Sie sich das vor: 6,67 Blöcke aller 60 Sekunden! Diese Geschwindigkeit läßt sich unmöglich erreichen. Also haben wir einen Grund mehr, die Theorien über die Steinbrüche und Rampen zu verwerfen.
Noch verblüffender ist die Geschichte von Snefru (Khufu's Vater). Wenn die zwei bedeutendsten Pyramiden in Dahshur und wahrscheinlich auch noch eine dritte Pyramide in Meidum Snefru zugeschrieben werden, bedeutet das, daß Snefru in der Zeit seiner Herrschaft von vierundzwanzig Jahren für die Steinbrucharbeiten, den Transport und den Aufbau für ein Volumen an Steinen verantwortlich war, mit dem man die Große Pyramide mehrmals errichten könnte. Selbst in der heutigen Zeit wäre diese Leistung zu überwältigend.



Wie wurden denn dann die Pyramiden gebaut?

Lesen Sie die beeindruckend einfachen Antworten auf diese Frage in unserem Buch, Pyramid Handbook, von Moustafa Gadalla.



Was ist wahr an der Geschichte darüber, wie die Alten Ägypter ihre unvollendete Arbeit aus irgendwelchen Gründen einfach aufgegeben haben?

Diese Theorie wird als häufigste Ausrede von denen verwendet, die sich eine Meinung gebildet haben, bevor sie alle Hinweise genauer untersuchen konnten. Als sie einmal festgelegt hatten, daß die Pyramiden als Grabstätten gedient haben, mußten sie alle Beweise so zurechtbiegen, daß sie sich in ihre unbewegliche Denkweise einfügen lassen. Dabei fiel es ihnen auch nicht schwer, Antworten einfach zu erfinden.
Fast jede der Pyramiden von Giza und Dahshur, in denen sich keinerlei Hinweise auf eine ehemalige Funktion als Grabstätten finden, müßte nach dieser seltsamen Theorie mehrmals von rätselhaften Planungsänderungen betroffen worden sein. Wie soll das logisch sein, wenn man bedenkt, daß die Pyramiden von Giza und Dahshur den späteren Pyramiden in jeder Hinsicht qualitativ weit überlegen waren? Das gilt für ihre Größe, das handwerkliche Können zu ihrer Errichtung und auch ihre Bauweise an sich.



Viele weitere Informationen und die Antworten auf über 250 Fragen über die Pyramiden finden Sie in Pyramid Handbook, von Moustafa Gadalla.
Nachdem Sie dieses Buch gelesen haben, können Sie uns jederzeit gern Ihre Fragen und Ihre Meinung per e-mail mitteilen. Ihre Ansichten und Kommentare sollten allerdings in jedem Fall auf der Grundlage von Beweisen aufgebaut sein und keine bloßen Vermutungen darstellen.


Khufu's Pyramide mit der Ansicht beider Eingänge
(ursprünglicher Eingang und die Stelle, an der die Pyramide später aufgebrochen wurde)



Geschrieben durch: Moustafa Gadalla


Diese Seite wurde übersetzt von Christiane Müller.



For more information about the pyramids, read:
Pyramid Handbook, by Moustafa Gadalla Pyramid Handbook
by Moustafa Gadalla
192 pages, 5.5" x 8.5"
List Price: $11.95 USD (paperback)
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